Insbesondere Kinder bis zu drei Jahren finden in der Kindertagespflege ideale Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung.

Die Kindertagespflege zeichnet sich aus durch:

  • familienähnliche Strukturen
  • kleine Gruppengröße mit maximal fünf Kindern
  • überschaubaren Lebensraum für junge Kinder 
  • individuelle Betreuung 
  • feste Bezugsperson, die Sicherheit und Geborgenheit vermittelt
  • alltagsnahe Lern- und Bildungsmöglichkeiten
  • inklusives Arbeiten
  • flexible Betreuungszeiten

Durch die Struktur der Kindertagespflege können die Bedürfnisse von Kindern unter drei Jahren in besonderem Maße berücksichtigt werden. Die konstante Bezugsperson sowie die kleine Gruppe bieten dem Kind Sicherheit und angemessene Lernmöglichkeiten. 

Weitere Aspekte wie die enge Zusammenarbeit mit Eltern und Anpassung der Betreuungszeiten an den Bedarf der Eltern sind häufig ausschlaggebend für die Wahl dieser Betreuungsform.

Die Kindertagespflege ist ein Ort, an dem Kinder vielfältige Bildungsmöglichkeiten erhalten. Insbesondere eine alltagsnahe Bildung ist im familiären Rahmen der Kindertagespflege erlebbar. Bildungsangebote werden von den Kindertagespflegepersonen in Anlehnung an das Saarländische Bildungsprogramm gestaltet.

 

 

Das Recht des Kindes auf persönliche Entwicklung und Inklusion

In der UN- Kinderrechtskovention findet das Recht des Kindes auf persönliche Entwicklung, Förderung, Schutz sowie sein Recht auf Beteiligung einen besonderen Raum. Inklusion bedeutet, Verschiedenheit als Bereicherung zu sehen. In der Kindertagespflege wird die Unterschiedlichkeit der Kinder und ihrer Familien sowie die Vielfalt der Betreuungspersonen wertgeschätzt. Alle dürfen teilhaben. 

Jeder Mensch bringt seine Einzigartigkeit mit: Seine eigene Persönlichkeit, seine Erfahrungen, seine Sprachen, seine Interessen und Stärken, seine kulturellen Hintergründe und Werte. Im inklusiven Zusammenleben ist die Vielfalt das Normale. 

Raum für unterschiedliche Bedürfnisse

Die Kindertagespflege ist ein Ort, an dem die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder Raum haben. Entwicklungsbesonderheiten sind im sehr jungen Alter oft noch nicht erkennbar und zeigen sich erst nach und nach. Daher begleitet die Kindertagespflegeperson jedes Kind individuell im pädagogischen Alltag. Gerade in der kleinen Gruppe kann gezielte Förderung für alle stattfinden. Im familiären Rahmen der Kindertagespflege ist zudem ausreichend Zeit für den Austausch mit den Eltern, um die Erziehungspartnerschaft zu stärken und das Kind gemeinsam ins Leben zu begleiten. So wird die Chancengleichheit erhöht und Teilhabe möglich. 

Kindertagespflegepersonen bilden sich regelmäßig fort, um entsprechende inklusive Bildungsangebote auszuarbeiten und Vielfalt wertschätzend zu nutzen. 

 

 

Die Eingewöhnungszeit eines Kindes in der Kindertagespflegestelle ist von großer Bedeutung. Sie kann zwischen zwei und vier Wochen dauern, im Einzelfall auch länger. Das Kind wird eine neue Umgebung, seine neue Bezugsperson und andere Kinder kennenlernen. Zudem erlebt es eine andere Tagesstruktur und neue Spielmöglichkeiten. Um sich mit den Veränderungen vertraut zu machen, benötigt ein Kind am Anfang ein Elternteil oder eine andere vertraute Bezugsporson als “sicheren Hafen”. Vor der ersten Trennung sollte die Kindertagespflegeperson Eltern oder Bezugspersonen und das Kind sowie dessen Gewohnheiten und Vorlieben gut kennenlerenen. Die ersten kurzen Trennungszeiten werden bedürfnisorientiert von Tag zu Tag langsam gesteigert. Anteile der Pflege und Spielangebote werden nach und nach von der Betreuungsperson übernommen. Wenn das Kind sich wohl und vertraut fühlt sowie sich von der Tagesmutter oder dem Tagesvater trösten lässt, ist die Eingewöhnung gelungen.

Während der Betreuungszeit in der Kindertagespflege entstehen immer wieder Fragen in Bezug auf die Entwicklung und Förderung des Kindes oder zum Betreuungsverhältnis. Kindertagespflegepersonen und Eltern können sich von der Fachberaterin der Servicestelle zu diesen Themen beraten lassen.